Liechtensteinische Gesellschaft
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Bodenaushub ist wertvoller Rohstoff

24.06.2008
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Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz zeigt Wege auf, wie die Verwertungsquote von Aushubmaterial in Liechtenstein erhöht und Deponievolumen geschont werden kann. Damit unterstützt sie die strategischen Ziele der Regierung.

Bodenaushub ist wertvoller Rohstoff

45 Prozent des Aushubs kann zu mineralienreichen Schlammpresslingen verarbeitet werden.

Rund 110'000 m3 Aushubmaterial wird in Liechtenstein jährlich auf Aushubdeponien geführt. Das Material enthält – mit Ausnahme von Torfböden im Unterland – wertvolle Baustoffe: Kies, Sand und Tonmineralien. Diese Baustoffe können mit mechanischen Verfahren aus dem Aushub gewonnen und dem Baukreislauf wieder zugeführt werden. Schätzungsweise 75% des in Liechtenstein deponierten Aushubmaterials lässt sich verwerten.

Schlammverwertung in Zement- oder Ziegelproduktion

In Kiesaufbereitungsanlagen kann auch aus Aushub Kies und Sand ausgewaschen werden. Der verbleibende mineralienreiche Schlamm wird bis auf eine Restfeuchtigkeit aus­gepresst. Die Schlammpresslinge eignen sich aufgrund ihrer Zusammen­setzung als Rohstoff für die Zement- oder der Ziegelproduktion. Von den Zement- respektive den Ziegelwerken sind hohe Entsorgungsgebühren zu erwarten, da Mehr­investitionen und die Kosten für die Qualitätssicherung gedeckt werden müssen. Für die Gestaltung der Annahmegebühren für Aushub im Kieswerk und die Verwertung der Schlammpresslinge heisst das: Die Entsorgungskosten der Schlammpresslinge im Zement- oder Ziegelwerk müssen anteilsmässig ebenfalls auf die Annahmegebühren für Aushub im Kieswerk umgelegt werden. Um wirtschaftlich Recycling von Aushub zu betreiben, müssen die Deponiegebühren theoretisch höher sein als die Entsorgung im Zement- oder Ziegelwerk.

Deponiekonzept umsetzen

Die öffentliche Hand hat verschiedene Möglichkeiten, einen Schritt Richtung Kostenwahrheit zu tun. Eine Neuordnung der Deponiegebühren ist nicht zu umgehen. Um die Konkurrenzsituation nicht allzu sehr zu verschärfen, kann sie aber unterstützend mit Lenkungsmassnahmen auf die Gestaltung der Preise Einfluss nehmen. Die LGU schlägt vor, Massnahmen wie die Festlegung von Mindest-Verwertungsquoten, Investitionsbeiträge bei Kies-, Zement- und Ziegelwerken, Subventionen für die Entsorgung der Schlammpresslinge sowie die Erhebung einer Lenkungsabgabe für den Abbau von Primärmaterial zu prüfen. Die „Förderung des Recyclings und Schonung des Deponievolumens“ ist als strategischer Grundsatz im Deponiekonzept des Landes Liechtenstein aufgeführt.

 


Hier finden Sie den ausführlichen Bericht der LGU: "Bodenaushub als Rohstoff. Alternativen zur Deponierung" (pdf; 1.4 MB)

Hier geht's zum Deponiekonzept des Landes Liechtenstein (pdf)

LGU-Mitteilungen Nr. 68, vom Dezember 2007: Grossdeponie Ställa beeinträchtigt Naturschutzgebiet (pdf)

LGU-Mitteilungen Nr. 69, vom April 2008: Aushub: Vom Abfall zum Rohstoff (pdf)

 

Für die Medien:

Medienmitteilung vom 4. Juli 2008

Bild Schlammpressling

Bild Kieswerk

 

 

 



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