Essen mit Genuss - Top Ten - Warenkorb
Eine gesunde Ernährung ist nicht nur für die Menschen sondern auch für das Klima und die Umwelt gut.
Die Tipps sprudeln nur so aus Christl Bieri heraus. Ein paar frische Pilze anbraten, vorgekochten Risottoreis aufwärmen, etwas Käse dazu und ganz schnell ist der feine Znacht fertig. Schön mit Kräutern angerichtet wird das Essen zum kleinen Wohlfühl-Erlebnis.
Mit Leidenschaft kocht und backt die über 65-Jährige seit ihrer Jugend. Wie man ein Essen nicht nur fein, sondern auch gesund zubereitet, hat sie so interessiert, dass sie sich intensiv mit Ernährung auseinandersetzte und umstellte. Seit vielen Jahren schon lebt Bieri mit ihrer Familie einen Ernährungsstil, den Studien heute als klimaschonend empfehlen.
Weil die Ernährung für einen wesentlichen Teil der klimaschädlichen Treibhausgase verant-wortlich ist (Angaben zwischen 15 und 30 Prozent), wird daran geforscht, wie man hier den Treibhausgas-Ausstoss reduzieren kann.
Obwohl die verschiedenen Studien die Klimawirkung unterschiedlich berechnen und die CO2-Werte deshalb variieren, kommen sie zu vergleichbaren Empfehlungen für den Alltag.
Fleisch, Wurstwaren, Milch und Milchprodukte stehen dabei im Mittelpunkt, weil bei ihrer Herstellung sehr viel mehr Treibhausgase freigesetzt werden als bei Obst und Gemüse:
1 kg Rindfleisch = 7,4 - 28 kg CO2
1 kg Butter = 23,5 - 27,6 kg CO2
1 kg Wurzelgemüse = 0,1 - 0,7 kg CO2
1 kg Erdbeeren = 0,2 - 0,4 kg CO2
Weniger Fleisch, mehr Gemüse
Die Studien raten zu einem mediterranen Lebensstil, also dazu, weniger Fleisch, dafür mehr Obst und Gemüse zu essen. Wer in der Woche zwischen 300 und 600 Gramm Fleisch und wenig fettreiche Milchprodukte wie Käse isst, senkt seinen Treibhausgasausstoss um ein gutes Viertel. Mit Bio-Lebensmitteln kann der Ausstoss nochmals deutlich reduziert werden. Saisonales Gemüse und Obst aus dem Freiland ist besser als dasjenige, das in beheizten Gewächshäusern wächst oder lange kühl lagern muss. Regionale Produkte sind klimaschonender als Produkte, die eingeflogen werden.
Vielseitig und vollwertig essen
Auch Christl Bieri isst gerne ab und zu Fleisch, am liebsten
aus artgerechter Tierhaltung und meist in einem Restaurant, weil dort nur
selten eine richtig gute vegetarische Küche angeboten wird. Leider verstünden
viele darunter einfach
ein Essen ohne Fleisch und servierten lediglich Beilagen. Lachend erklärt sie:
„Wer so lebt, macht es sich zu einfach.“ Für die Gesundheit wichtig sei eine
vollwertige Ernährung, da nur sie alles, was ein Mensch brauche, enthalte.
Vollkorn-Getreide sei da ein Muss.
Im Kühlschrank auftauen
Da Vollkorn-Getreide lange kocht, verwendet Bieri einen Schnellkochtopf und friert übrige Portionen ein. Ist einmal die Zeit fürs Kochen knapp, kommt das Gefrorene morgens in den Kühlschrank und abends von dort auf den Herd. Dann wird es schneller warm. Strom gespart wird dabei auch. Da beim Auftauen Kälte frei wird, kühlt das gefrorene Essen im Kühlschrank die übrigen Lebensmittel einfach mit.
Fürs Kochen, Backen, Kühlen und Gefrieren wird etwa ein Viertel des Stroms eines Haushalts benötigt. Es lohnt sich, beim Gerätekauf auf die passende Grösse und die Energieeffizienz zu achten. Mehr bringt allerdings die Umstellung auf eine gesunde Ernährung und der Kauf von Bio-Lebensmittel. Diese beiden Empfehlungen stehen auf Platz sechs und sieben der zehn besten Einsparmöglichkeiten im Klimaschutz, die das Öko-Institut Freiburg ermittelt hat.
Wie einfach vollwertiges Essen zubereitet wird und wie gut es schmeckt, zeigte Bieri vielen Menschen am Vollwert-Stammtisch in Mauren, im Kneippverein und als eine der Autorinnen des liechtensteiner Vollwert-Kochbuchs.
Das Buch wurde 2004 als bestes vegetarisches Kochbuch im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Es ist schon lange vergriffen. Wer Rezepte wie Käsknöpfle, Risotto oder Lebkuchen ausprobieren möchte, findet das Buch zum Download hier:
- Link Nachhaltiger Warenkorb: http://www.nachhaltigkeitsrat.de/projekte/eigene-projekte/nachhaltiger-warenkorb/
- Top Ten der privaten Einsparmöglichkeiten im Klimaschutz (Zwei-Personen-Haushalt):
- Wärmedämmung Haus/Wohnung
- Ersatz alter Heizungsanlage durch neue plus Sonnenkollektoren
- Verzicht auf 3000 Personen-Kilometer Fernflug
- Bezug von Ökostrom (bei 2000 kWh/Jahr) statt Durchschnitts-Mix
- Kauf von Niedrigverbrauchs-PKW statt Durchschnitts-Verbrauchs-PKW
- Umstellung auf gesunden Ernährungsstil (weniger Fleisch/Fett, mehr Gemüse und Obst)
- Kauf ausschliesslich von Bio-Lebensmitteln
- Verlagerung von PKW-Fahrt auf Fahrrad/Fuss (2000 km/Jahr)
- Sprit sparend Auto fahren
- Einsparung Standby-Strom (400 kWh/Jahr)
Quelle: Öko-Institut e.V., CO2-Einsparpotenziale für Verbraucher, 12. Juli 2010, Seite 58



