Regula Imhof Vize-Generalsekretärin der Alpenkonvention
Die ehemalige LGU-Geschäftsführerin ist zur Vize-Generalsekretärin der Alpenkonvention gewählt worden. Wir gratulieren zur Wahl und wünschen ihr viel Erfolg!
Alle zwei
Jahre treffen sich die Umweltministerinnen und Umweltminister der Alpenstaaten
und der EU im Rahmen der Alpenkonvention. Am 9. November war es wieder so weit:
Der österreichische Vorsitz der Alpenkonvention lud nach Alpbach (Tirol) zur
neunten „Alpenkonferenz“ seit 1989.
Bevölkerung und Kultur nicht vernachlässigen
Die Konferenz verabschiedete eine
unverbindliche Deklaration zum Thema "Bevölkerung und Kultur". Die CIPRA setzt sich seit Jahren für ein Protokoll zu diesem Thema ein. Wie zum Beispiel für
die Bereiche Verkehr, Naturschutz oder Tourismus ist in der Alpenkonvention
auch für "Bevölkerung und Kultur" ein Durchführungsprotokoll vorgesehen. CIPRA warnt die Alpenstaaten davor, in der Alpenkonvention die kulturellen
Anliegen der Bevölkerung zu vernachlässigen und fordert in einem nächsten Schritt die Ausarbeitung eines völkerrechtlich verbindlichen Protokolls.
Klima-Modellregion Alpen
Eine
weitere sehr wichtige Deklaration verabschiedeten die Minister zum Thema
Klimaschutz. Die CIPRA hat darauf hingewiesen, dass die Alpenstaaten nun handeln müssen.
Auf ihre Anregung haben Vertragsparteien der Alpenkonvention – also die
Alpenstaaten und die EU – nun beschlossen, einen konkreten Aktionsplan für den Klimaschutz
inklusive Zeitplan für die Umsetzung der Massnahmen und Initiativen auszuarbeiten.
Die Alpen mit ihren Ressourcen an
Holz, Wasser, Sonne, Wind und Geothermie besitzen das Potenzial, eine
Modell-Region für den Klimaschutz zu werden.
Nachholbedarf für Italien und die Schweiz
Die EU hat hat mit der Ratifizierung mehrerer
Protokolle und mit ihrer Unterschrift unter das Verkehrsprotokoll ein
Bekenntnis für eine moderne Verkehrspolitik und für die Bedeutung der
Alpenkonvention abgelegt. Demgegenüber bemängelt die CIPRA das fehlende Engagement
von Italien und der Schweiz bei der Alpenkonvention. Beide Staaten haben zwar
die Rahmenkonvention, bis heute aber noch kein einziges Durchführungsprotokoll
ratifiziert.
Generalsekretär gewählt
Der neue Generalsekretär heisst Italiener Marco Onida. Der 40jährige Jurist und Ökonom war bisher bei der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union beschäftigt. Die 37jährige Schweizer Forstingenieurin Regula Imhof wurde zur Vize-Generalsekretärin ernannt. Sie war von 1996 bis 2001 Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz und hat in den letzten fünf Jahren für die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit in Zentralasien ein Projekt im Bereich nachhaltige Berggebietsentwicklung geleitet.
Pressemitteilung CIPRA International vom 9. November 2006



